Weihnachtskarte: kostenlos und pünktlich per Internet

8.September 2011 | Unter: Allgemein

Im Durchschnitt gibt jeder Bürger zu Weihnachten rund 500 Euro aus – für Geschenke, die Feierlichkeiten und das entsprechende Zubehör wie den Tannenbaum. Heiligabend ist für die meisten Menschen in Deutschland in erster Linie ein Familienereignis. Umfragen zufolge wird Weihnachten von nur noch knapp 10 Prozent der Deutschen als kirchliches Fest angesehen, mehr als 85 Prozent sehen es hingegen als Familienfest. Da sich die ganze Familie jedoch nur selten am gleichen Ort befindet, hat das Schreiben von Grußkarten jedes Jahr zur Festzeit Hochkonjunktur. Die Post transportiert im Dezember täglich fast doppelt so viele Briefe wie sonst. Doch auch das Versenden von Weihnachtsgrüßen im Internet wird immer beliebter.

Vor allem beim Verschicken in alle Welt bietet das Internet Vorteile: Schreibt man statt eines Briefs eine E-Mail, so fallen keinerlei Protokosten an – egal, wie umfangreich die Grußbotschaft auch sein mag. Das erhöhte Briefaufkommen sowie extremes Winterwetter, das die pünktliche Zustellung der Post oft erheblich beeinträchtigen kann, spielt bei der elektronischen Versendung keine Rolle. Zudem kann man davon ausgehen, dass auch in letzter Minute abgeschickte Mails ihren Empfänger zeitnah erreichen. Garantiert ist das jedoch nicht: Auch das Netz kann an bestimmten Feiertagen an seine Grenzen gelangen, insbesondere die Server der E-Mail-Dienste können betroffen sein. Bei einigen Anbietern gibt es auch die Möglichkeit, sogenannte E-Cards zu verschicken. Der Empfänger erhält dann eine virtuelle Grußkarte ins Postfach, die mit einem Motiv versehen ist – fast so wie die traditionelle Weihnachtskarte. Häufig sind auch verschiedene Effekte wie eine musikalische Untermalung möglich. Auch Videobotschaften können über jede Entfernung verschickt werden, wobei der Fantasie kaum Grenzen gesetzt sind. Alles was benötigt wird, ist eine Digitalkamera sowie ein Internetanschluss. Ebenfalls möglich sind familiäre Videokonferenzen, um sich den weiter entfernten Verwandten besonders nahe zu fühlen. Ist beispielsweise ein geplanter Verwandtschaftsbesuch durch widrige Wetterverhältnisse ausgefallen, kann man sich so trotzdem sehen – zumindest am Bildschirm.

Viele Menschen nutzen ungeachtet der fortgeschrittenen technischen Möglichkeiten den traditionellen Postweg, um ihre Weihnachtsgrüße an Verwandte und Bekannte zu übermitteln. Trotz der längeren Übermittlungsdauer wird diese Form als persönlicher angesehen. Beim Verschicken von Weihnachtskarten haben wohl die Briten die Nase vorn – die erste ihrer Art soll in England im Jahr 1840 befördert worden sein, heute wird das jährliche Kartenaufkommen im Königreich auf eine Milliarde Stück geschätzt. Da haben die Briten viel zu tun, wenn jeder die Weihnachtskarten selbst gestalten will. Die Grußkarten werden häufig von gemeinnützigen Organisationen verkauft, der Erlös kommt wohltätigen Zwecken zugute. Im englischsprachigen Raum gehört es auch zur Tradition, die erhaltene Post dekorativ auf dem Kamin aufzustellen oder an den Türrahmen zu hängen. In den USA wird häufig auf Karten mit dem Spruch „Seasons Greetings“ zurückgegriffen. Dieser Umstand ist der multikulturellen Zusammensetzung der Bevölkerung geschuldet: Der allgemein gehaltene Gruß zur Jahreszeit soll alle Glaubensrichtungen und damit auch die verschiedenen heiligen Feste berücksichtigen.

Verwandte Themen

Kommentar-Formular